Die holländische Windsurferin Kirsten Baas, inspiriert von Innovation und leidenschaftliche Unterstützerin des Damenwindsurfens, war sehr neugierig auf das neue Segelkonzept. So entschied sie sich für das Bow 7.8m² und reiste nach Somay Bay in Ägypten, um das Segel im Vergleich zu ihren Vector Segeln zu testen.

TESTBEDINGUNGEN
Location: Soma Bay – Surfmotion, Red Sea - Egypt
Flachwasser / Kabbelwasser
Temperatur 20 Grad 
Wassertemperatur 18 Grad
Windrange für das BOW 10-23 Knoten, etwas böig mit +/- 5 Knoten Schwankungen
Vergleichssegel:  GUNSAILS Bow 8.7 / Vector 8.6 / Vector 7.8 / Vector 7.1
Boards: Starboard iSonic 110 Liter / JP Supersport 137 Liter, JP Supersport 125 Liter
Testfahrer: Kirsten 180 cm - 71 Kg / Robert 181 cm - 80 Kg
Select Finnen 43cm


GEDANKEN UND ERWARTUNGEN VOR DEM KAUF DES BOW 8.7
Ich habe die Segelentwicklung bei GUNSAILS verfolgt und und Pieter Bijl hat mir das BOW-Konzept im Detail erklärt.
Mein Partner Robert und ich fahren inzwischen die gleichen Segelgrößen. Meistens das Vector 8.6 und 9.2.
Einsatz zum Foilen
Einsatz in einem größeren Windbereich
Einfaches und leichteres Handling
Weniger überpowered, besseres Durchgleiten
Gute Erfahrungen mit dem holländischen GUNSAILS Service, vertreten durch Pieter Bijl

AUFRIGGEN DES BOW

Beim ersten Aufriggen wird das Segel etwas gestaucht und es macht deutliche Geräusche, aber ich hatte zu jeder Zeit ein gutes Gefühl: Keine Sorge, das wird schon passen, der Mast biegt sich eben enorm.
Erst im unteren Teil muss man etwas Kraft aufwenden und das Segel neigt dazu, wieder hochzurutschen. Also extra lange Tampen verwenden, mindestens 2,5m.
Die Camber lassen sich einfach an den Mast drücken und springen nicht mehr ab.
Es gibt keinen FRED als Trimmmarkierung für die Vorliekspannung, also habe ich mich genau an die Angaben auf dem Segel gehalten.
Die Tasche innerhalb der Masttasche zum Verstauen des Tampens ist einfach zu bedienen.
Das Masttaschenmaterial ist schön, fühlt sich robust an. Die Nähte zeigen gute Handwerkskunst.
Der Monofilm macht einen soliden Eindruch.
Das neue GUNSAILS Logo ist schön in das Segel integriert.
Genügend Platz zum Anbringen von Segelaufklebern
Der Friction Bearing: Ähnlich wie eine Mastmanschette, etwas schwierig dieses Teil an der richtigen Stelle zu platzieren. Hier wäre es schön, wenn in der weiteren Entwicklung dieses System in das Gabelbaumfrontstück integriert werden könnte, wie z.B. der RDM Adapter.

Windsurfing Gunsails Bow Test Report


AUF DEM WASSER
Optisch sieht das Segel in dieser Größe schon sehr ungewöhnlich aus, aber man fühlt sich auf Anhieb wohl.
Es entwickelt keine Querkräfte, die Power kommt aus dem unteren Teil des Segels.
Man ist früher im Gleiten als andere Surfer mit teilweise breiteren Boards und Segelgrößen um 8.4 – 8.7.
In Böen lernst du den Character des BOW kennen: Jede Menge konstante Power, eingelocktes und raciges Fahrgefühl
Riesige Windrange, erst bei 23 Knoten Grundwind war es an der Zeit, auf das Vector 7.1 umzusteigen.
Racing auf Flachwasser und mittlerem Chop macht richtig Spaß, gute Kontrolle und richtig Speeeed. Wow Bow!
Ab 12 Knoten kommt man problemlos ins Gleiten mit einem 110 Liter Board.
Sehr komfortabler Einsatzbereich zwischen 15-20 Knoten.
Stärkere Böen sind viel einfacher zu handlen als mit dem Vector und durch Windlöcher gleitet man besser durch.
Wenn der Wind nachlässt, einfach die Gabelbaumspannung etwas lösen, um mehr Power ins Segel zu bekommen.
Schöne Farben und man wird auf dem Meer gut gesehen.
Das Unterliek ist manchmal zu tief, sodass das Segel teilweise hinter den Fußschlaufen das Wasser berührt.
Bei Überpower bleibt die Boardspitze unten und ruhig über dem Wasser
Wenn man mal ins Wasser fällt, ist es wie mit jedem anderen Cambersegel nicht so einfach das Segel wieder aus dem Wasser zu bekommen.
Der Mastfuß kann etwas weiter hinten positioniert werden, damit das Board frei läuft.
Passiv Angleiten, im Trapez einhängen und losfahren ist sehr einfach.
Aktives Anpumpen setzt das BOW in direkten Vortrieb um

ABRIGGEN
Alles ging schön einfach
Es ist erstaunlich wie schnell und einfach der Mast wieder in die gerade Position zurück geht.
Praktisch, dass zum Transport das Top in die Base geschoben werden kann

FAZIT: 
Jede Menge Power
Super Kontrolle 
Einsatz in viel größerem Windbereich
Einfaches Handling mit Vollspeed
Ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis
Racejibes bei 23 Knoten ist nichts für Angsthasen
Das perfekte Segel für Windsurfer, die sich nach mehr Performance, Power und Geschwindigkeit sehnen.
Fortgeschrittenes Fahrkönnen erforderlich (wie bei jedem anderen Camber Racesegel auch)

Windsurfing Gunsails Bow Test Report

DAS PERFEKTE SET UP