Die PWA World Tour ist zu Gast in Pozo / Gran Canaria. Unser Brand Ambassador Philipp Grzybowski ist live vor Ort und nutzte die Gelegenheit, dem GUNSAILS Team ein paar Fragen zu stellen.

JULIAN SALMONN

Julian Salmonn at PWA Grancanaria Pozo

Moin Julian, wie geht’s dir? World Cup Pozo, nach zwei Jahren Coronapause geht’s wieder los. Wie motiviert bist Du und worauf freust Du dich beim anstehenden Wettkampf am meisten?
Die Pandemie ja hat nicht nur im Windsurfsport einiges durcheinandergewirbelt. Wir hatten, wie fast alle anderen auch eine über zweijährige Wettkampf-Zwangspause. Trotz eingeschränkter Reisemöglichkeiten hatte ich auf Teneriffa ja weiterhin sehr gute Trainingsmöglichkeiten quasi "vor der Haustür". Wie eigentlich immer, bin ich mega motiviert, freue mich auf den Wettkampf und vor allem freue ich mich darauf die anderen Fahrer wieder mal zu treffen. Wir sind zwar im Wettkampf Konkurrenten, dennoch bin ich mit einigen, wie z.B. mit Arthur oder Marc sehr eng befreundet und freue mich jedes Mal mega wenn ich die Kumpels mal wieder treffe.

Saisonstart fand im Februar auf den Cap Verden statt. Nach Down the Line Bedingungen mit wenig Wind, steht nun wahrscheinlich wieder Cross-On und Atomhack auf dem Programm. Zudem ist der World Cup auf Pozo sowas wie das kleine Heimspiel für dich. Wie sehr spielt dir das in die Karten und welche Ziele hast Du dir für den Wettkampf gesetzt?
Pozo liegt zwar direkt nebenan, aber in den letzten Monaten (natürlich auch Corona-bedingt) habe ich überwiegend auf Teneriffa trainiert. Die Bedingungen an den beiden Spots sind wie gesagt sehr unterschiedlich. Das ist eine echte Herausforderung aber eben auch ein wesentlicher Bestandteil unseres Sports. Du musst dich immer wieder auf neue Bedingungen einstellen. Wer dies schnell und flexibel hinbekommt hat im Wettkampf natürlich echte Vorteile. Wenn ich in den Disziplinen zwischen Wellenabreiten und Springen entscheiden müsste würde ich mich sicher immer für das Wellenabreiten entscheiden. Das ist natürlich in Pozo eher schwieriger, dennoch hoffe ich, dass ein Ergebnis unter den Top 10 drin ist.

Wie gesagt, Pozo das kleine Heimspiel für dich, mit der Fähre ist Gran Canaria nur ein Katzensprung entfernt von deiner Wahlheimat auf Teneriffa. Wie gehst Du in die Wettkampfvorbereitung? Seit wann bist Du in Pozo und wie sieht das Training in den letzten Tagen vor dem Wettkampf aus?
Natürlich versuche ich so lange wie eben möglich die Vorbereitung hier in Pozo zu fahren und mich entsprechend auf die Bedingungen einzustellen. Tatsächlich bin ich in diesem Jahr bereits seit 3 Wochen auf Gran Canaria. Direkt vor dem Wettkampf versuche ich aber eher das Training zurück zu fahren, damit ich dann mit vollen Akkus in den Wettkampf starten kann. Die Zeit nutze ich normalerweise für einen Materialcheck und andere Kleinigkeiten zur optimalen Vorbereitung. Aber alles will hier auch nicht verraten

FLORIAN JUNG

Marco Ortiz Bay at PWA Grancanaria Pozo

Moin Flo, das Wichtigste zuerst: Wie geht es dem Fuß?
Mein Fuß ist wieder Top fit und die vielen Stunden im Kraftraum haben sich ausgezahlt. Fühlt sich an als wäre nie etwas gewesen.

Den ersten Tourstop der PWA auf den Cap Verden hast Du verpasst. Wie motiviert bist Du dementsprechend für die Aufholjagt? Hast Du ein bestimmtes Ziel vor Augen?
Ja, bei dem Pwa Tour Stop in Sal wäre ich gerne dabei gewesen, weil dies einer der besten Events für pures Down-the-line Waveriding ist. Aber manchmal muss man auf seinen Körper hören. Vier Wochen nach der Op einen Wettkampf mitzufahren, wäre einfach zu früh gewesen. Ich habe natürlich etwas Nachholbedarf was die Trainingszeit angeht aber mein Material (Seal, Ultrakode) passt von der Kombination wirklich super hier für Pozo und ich bin momentan auch einfach motiviert Gas zu geben. Ich will einfach Spaß auf dem Wasser haben und jedes Heat mit vollem Einsatz fahren. Ich habe nichts zu verlieren und bin heiß möglichst viele Stunden auf dem Wasser zu sein und mich hier in den Himmel zu schießen. Die erste Trainingssession sind absolviert und ich komme langsam in den Pozo Groove.

Du warst die letzten Monate fast ausschließlich in Südafrika. Wer dich kennt weiß aber, dass Du da nicht ausschließlich zum Surfen warst. Trotzdem nehme ich an, bist Du gut vorbereitet. Wie sieht das Training für einen solchen Wettkampf wie dem Worldcup auf Gran Canaria bei dir aus?
Ich trainiere eigentlich nicht spezifisch für ein Event, sondern versuche mich an die Bedingungen anzupassen. Wenn ich in Südafrika bin, gehe ich da raus wo die Bedingungen am besten sind. Ich kenne mich mittlerweile ganz gut aus und mein Fokus liegt klar darauf möglichst gute Wellen zum abreiten zu finden. Mein Lebensmittelpunkt ist mittlerweile in einem Dorf südlich von Kapstadt und neben dem Windsurfen bin ich auch viel am Wellenreiten und führe mit meiner Frau eine Non Profit Organisation namens Mon Coeur. So kann man die Tage mit weniger Wind auch produktiv nutzen.

Dein Debüt bei der PWA war 2004, also vor geschlagenen 18 Jahren. Was hat sich in Bezug auf die Herangehensweise und das Training für Wettkämpfe geändert? Bist Du eher gelassener oder professioneller geworden?
Ich bin schon lange dabei und es ist nach wie vor meine Passion. Ich bin dankbar für jede Session auf dem großen blauen Spielplatz. Im Endeffekt bin ich aber nur bedingt aufs Contest fahren fokussiert. Für mich ist die richtige Balance zwischen interessanten Projekten, Trip zu neuen Destinationen und hier und da einen Wettkampf fahren entscheidend um langfristig Spaß zu haben. Durch Corona hatten wir zwei Jahre jetzt keinen einzigen Event und wenn wir dieses Jahr zwei bis drei Events haben kann man auch nicht von einer Tour sprechen. Die Events, die ich mitfahre versuche ich aber schon so professionell und vorbereitet wie möglich zu bestreiten. Sprich ich bin körperlich topfit, mein Material ist perfekt eingestellt und dann hilft es, wenn man einfach Spaß auf dem Wasser hat und sich gegenseitig pusht. Man geht an seine Grenzen und ich mag die Challenge sich mit anderen zu messen. Wir sind auf der Tour wie eine große Familie und die meisten Rider sind gute Freunde - auch wenn das während des Heats im Wettkampf dann auch mal kurz pausiert :)

TIM VAN DAM SANDRICHIAN

Tim Van Dam Sandrichain at PWA Gran Canaria Pozo

Hey Tim, herzlich willkommen in der Gunsails Familie! Zusammen mit Julian, bist Du jetzt der zweite Teneriffalocal im Team. Habt ihr euch gemeinsam für die Saison vorbereitet?
Wir sind Freunde, seit wir ungefähr 12 Jahre alt sind. Wir sind also schon immer zusammen gesurft. Ich habe eine Zeit lang mit dem Windsurfen aufgehört und bin vor ein paar Monaten mit mehr Motivation als je zuvor wieder in den Sport eingestiegen. Jetzt, wo wir zusammen in einem Team sind, ist das Training spannender denn je. In der letzten Woche haben wir begonnen, in der Vorbereitung etwas mehr zusammenzuarbeiten, aber wir planen, das 2023 noch besser zu machen.

Du arbeitest fleißig am Doubleloop, ist der Move der Gamechanger um bei der PWA vorne mitfahren zu können? Welche Chancen rechnest Du dir für den anstehenden Contest aus?
Der Doubleloop wird immer mehr zu einem Muss, wenn man mit den Spitzenreitern mithalten will. Die meisten Fahrer versuchen diesen Move oder haben ihn schon drauf. Letzte Woche habe ich angefangen, ihn auszuprobieren, und es ist mir gelungen, einen wirklich guten zu landen. Ich muss ihn aber noch konstant stehen, um ihn im Wettkampf zeigen zu können, und daran arbeite ich gerade. Meine Chancen im Wettbewerb sind nicht mein Hauptaugenmerk. Wie gesagt, ich habe erst vor kurzem wieder mit dem Windsurfen angefangen und konzentriere mich jetzt darauf, so schnell wie möglich zu lernen. Mein Plan ist es, 2023 gut abzuschneiden, aber im Moment freue ich mich einfach darauf, wieder in den Wettkampfmodus zu kommen, und ich werde es dieses Jahr ohne jeglichen Druck angehen!

Wie oft bist Du in Pozo, hast Du dich auf den Spot bereits eingefahren und explizit für den Contest trainiert? Hast Du im Heat eine klare Strategie oder performst Du eher nach Gefühl?
Ich habe bereits mehrere Jahre hier in Pozo am Worldcup teilgenommen. Von 2014 bis 2018. Aber das war nur der Junioren-Wettbewerb. Auf Teneriffa bin ich ein paar Mal bei den Herren mitgefahren. Ich war jetzt seit einigen Jahren nicht mehr in Pozo und freue mich, wieder hier zu sein! Ich surfe nicht nur in Pozo, sondern auch in den anderen Spots wie Vargas oder Ojos de Garza, ich habe das alles sehr vermisst! Ich habe eine Strategie, aber wie immer in jedem Sport können die Dinge leicht anders laufen und man muss sich schnell anpassen. Daher denke ich, dass alle Wettkämpfer ihre Strategie mit dem im Training entwickelten Instinkt mischen.

NICK SPANGENBERG

Nick Spangenberg at PWA Gran Canaria Pozo

Moin Nick, wie geht’s dir? Flaute in Dänemark und beim deutschen Windsurfcup. Somit ist der anstehende Worldcup in Pozo auf Gran Canaria der erste Wettkampf in der aktuellen Saison. Bist Du gut vorbereitet und wie sah deine Saisonvorbereitung aus?
Moin, mir geht es momentan einigermaßen gut. Ich habe seit knapp 2 Wochen mit einer leichten Lungenentzündung zu kämpfen. Zum Glück geht es mir mittlerweile schon deutlich besser und ich fühle mich bereit für meinen ersten Weltcup des Jahres. Das stimmt. Bei den bisherigen Wettkämpfen war der Wind nicht auf unserer Seite, dennoch konnte ich viel für diese Saison trainieren. Ich Winter und Frühjahr habe ich auf den Kanaren und in Marokko schon fleißig trainieren können und hatte auch einige gute Sessions auf Fehmarn und in Dänemark. Da ich 2022 noch keine Ergebnisse erzielen konnte, ist die Vorfreude und Anspannung auf den Weltcup in Pozo natürlich enorm hoch. Ich bin gespannt und freue mich auf eine tolle Zeit mit viel Wind und einigen Freunden.

Dann vor allem erstmal gute Besserung! Wann kommst Du in Pozo an und wie sieht dann das finale Training in den letzten Tagen vorm Wettkampf aus? Hast Du einen strikten Plan oder bist Du da eher der spontane Typ?
Danke dir! Ich bin eine Woche vor Beginn des Weltcups in Pozo, da ich momentan noch ein paar Klausuren an der Uni schreiben muss. Ziel ist es natürlich dann nochmal hart zu trainieren, um die Moves zu festigen. Ich bin seit 4 Jahren jeden Sommer auf Pozo, dennoch dauert es immer seine Zeit sich an die extremen Bedingungen zu gewöhnen. Es ist doch ein Unterschied bei 25 Knoten oder 50 Knoten Wellen abzureiten oder zu springen. Da ich mit ein paar Freunden runter fliege können wir uns bestimmt gut auf dem Wasser pushen und vorbereiten.

Nach der Coronaflaute geht’s nun endlich wieder richtig los. Wobei, im September konntet ihr ja sogar mit dem Youth Worldcup in Klitmöller starten. Dort hast Du dir den vierten Platz sichern können. Hast Du dir ein persönliches Ziel gesetzt für Pozo?
Das ist korrekt. Im Herbst hatten wir glücklicherweise noch einen Youth Weltcup in Dänemark. Dieser lief wirklich gut für mich. In Pozo wird es sicherlich härter. Es gibt ein deutlich größeres Starterfeld und viele Locals. Ich werde dennoch mein Bestes geben und setze meinen Fokus voll und ganz auf mich und meine Heats.

MARCO ORTIZ BEY

Marco Ortiz Bay at PWA Grancanaria Pozo

Hallo Marco, wie geht es dir? Die Airline hat auf dem Weg nach Gran Canaria dein Material verloren. Gibt es Neuigkeiten?
Ja die Airline hat meine ganzen Boardbags verloren. Bei meiner ersten Session hier war ich an die örtliche Station angewiesen und musste mit Leihmaterial aufs Wasser. Aber ich habe soeben die Nachricht bekommen, dass mein Stuff jetzt am Flughafen ist und ich es abholen kann. Zum Glück!

Du bist grade erst 14 Jahre alt und tritts bei der PWA Weltmeisterschaft an. Ist das dein erster Wettkampf? Wie aufgeregt bist Du vor dem großen Event?
Ich bin super aufgeregt! Der Wettkampf hier in Pozo ist mein erster Wettkampf überhaupt. Ich kann es kaum fassen hier zu sein und freue mich darauf, zeigen zu können was ich draufhabe.

Cool! Was hast Du so drauf, womit hast Du vor die Judges von deinem Können zu überzeugen?
Ich werde versuchen ein paar Frontloops und Tabletops zu zeigen. Ich hoffe die gelingen mir im Wettkampf so gut wie im Training. Wellenabreiten mag ich auch, aber Springen macht mir mehr Spaß!

In der Regel bläst der Wind in Pozo mit 30 bis 40 Knoten. Segelgrößen zwischen 3,7 m² und 3,0 m² sind hier schon bei den Erwachsenen die Regel. Welche Segel fährst Du in solchen Bedingungen? Hast Du auch etwas Schiss vor den krassen Bedingungen hier?
Ich habe ein 2,4 m² Segel und ein 3,0 m² Segel im Gepäck. Ich nutze das Gunsails Loop, das ist perfekt für mich. Schön leicht und ich fahre es richtig gerne. Kombinieren tue ich das mit einem 61l oder 55l Waveboard. Ich kenne Starkwindbedingungen sehr gut von zu Hause. In Tarifa haben wir nicht selten Sturm mit 40 Knoten und mehr, in den Bedingungen fühle ich mich wohl und habe meinen Spaß!

© Fotos: John Carter (PWA) / Jose Piña