Andy Laufer ist nach vielen Jahren zurück im GUNSAILS-Team und freut sich, erneut Teil der Marke zu sein. In diesem Interview spricht der erfahrene Windsurfer über seine Rückkehr, seine Leidenschaft für den Sport und die Herausforderungen, die ihn antreiben. Ein spannender Einblick in die Karriere eines echten Wassersport-Enthusiasten.
VERGANGENHEIT & RÜCKKEHR ZU GUNSAILS
Willkommen zurück bei Gunsails! Wie fühlt es sich an, nach so vielen Jahren wieder Teil des Teams zu sein? Ich freue mich riesig, wieder bei Gunsails an Bord zu sein! Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich vor unglaublichen 30 Jahren meinen ersten Vertrag bei Eberhard unterschrieben habe. Er war für mich immer ein Vorbild und Visionär – diese Art von Weitblick habe ich immer an ihm geschätzt. Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich 2025 immer noch aktiv auf dem Wasser bin, hätte ich wahrscheinlich nur gelacht. Und doch – hier bin ich!
Du warst bereits zwischen 1994 und 2000 bei uns – was hat dich damals an Gunsails begeistert, und was hat dich jetzt zurückgebracht? Damals haben wir in der Factory in Saarbrücken die Segel noch per Hand zusammengeklebt – eine echte Pionierzeit! Natürlich lief nicht immer alles perfekt, aber 1995 brachte Christof Walker mit einem innovativen Segeldesign frischen Wind in die Entwicklung. Mit diesen Segeln konnte ich einige meiner besten Worldcup-Ergebnisse einfahren, darunter der zweite Platz beim Eröffnungsrennen des Worldcup Sylt. Heute sehe ich, dass Gunsails diesen Innovationsgeist beibehalten hat. Die Segel sind absolut wettbewerbsfähig und ich bin überzeugt, dass ich damit starke Ergebnisse beim Defiwind und der Speed-WM in Frankreich erzielen kann.
Wie hat sich die Windsurf-Welt in den letzten 20+ Jahren verändert, sowohl aus sportlicher als auch aus technischer Sicht? Die Szene hat sich in vielerlei Hinsicht stark verändert. Einerseits gibt es heute deutlich weniger Windsurf-Profis, die vollständig vom Sport leben können. Andererseits sind die Anforderungen an jeden einzelnen Fahrer enorm gestiegen – nicht nur auf dem Wasser, sondern auch im Bereich Social Media und Selbstvermarktung. Es reicht längst nicht mehr, einfach nur gute Wettkampfergebnisse abzuliefern. Wer heute attraktive Sponsorenverträge haben will, muss auch digital präsent sein und seinen Sport professionell nach außen tragen. Ich sehe hier noch viel ungenutztes Potenzial bei einigen Fahrern. Technisch gesehen hat sich das Material enorm weiterentwickelt und das gesamte Niveau ist deutlich gestiegen. Die Unterschiede in der Geschwindigkeit sind heute minimal, und während früher nur eine Handvoll Fahrer ernsthaft um den Sieg mitfahren konnte, haben heutzutage bis zu 15 von 25 Startern realistische Chancen auf einen Slalom-Sieg. Das macht die Rennen spannender – aber auch unberechenbarer!
DEINE WINDSURF-KARRIERE & ERFAHRUNGEN
Du hast in deiner Karriere verschiedene Sponsoren gehabt – was hast du aus diesen Erfahrungen gelernt? Jede Zusammenarbeit bringt wertvolle Einblicke – sei es in die Entwicklungsprozesse, die Strukturen oder die Stärken und Schwächen eines Unternehmens. Über die Jahre habe ich gelernt, worauf es wirklich ankommt und konnte dieses Wissen bei jedem Wechsel mitnehmen. Letztendlich ist die Windsurf-Welt eine kleine Familie. Es ist wichtig, dass man immer mit Respekt auseinandergeht, denn man sieht sich auf dem Wasser immer zweimal!
Gibt es einen besonderen Wettkampf oder Moment in deiner Windsurf-Karriere, an den du dich besonders gern erinnerst? Definitiv! Mein zweiter Platz beim Eröffnungsrennen des Worldcup Sylt 1995 auf Gunsails war ein unvergesslicher Moment. Ich lag lange in Führung – direkt vor der Windsurf-Legende Björn Dunkerbeck! Am Ende musste ich ihn zwar noch vorbeiziehen lassen, aber es war ein Rennen, das ich nie vergessen werde.
Du bist schon lange im Windsurf-Sport aktiv – was motiviert dich, immer weiterzumachen? Nach meinem ersten Karriereende 2005 hatte ich eine fünfjährige Pause, in der ich nur noch gelegentlich mit dem Kite in den Wellen unterwegs war. Als ich dann zurückkam, war ich fasziniert, wie sehr sich das Material weiterentwickelt hatte. Früher musste ich mit 75-Liter-Boards kämpfen, die bei böigem Wind extrem schwierig zu fahren waren. Heute sind 100-Liter-Waveboards Standard, und auch die Slalomboards mit den neuen Finnen-Designs machen einfach unglaublich viel Spaß! Windsurfen ist für mich mehr als nur ein Sport – es ist eine Lebenseinstellung. Ich war gerade 12 Tage in Kapstadt und davon 10 Tage Vollgas auf dem Wasser. Danach fühlt man sich einfach unschlagbar – körperlich und mental.
MATERIAL & TECHNIK
Gibt es ein bestimmtes Gunsails-Produkt, auf das du dich besonders freust oder das dir besonders liegt? Definitiv das GS-R!
Wie sieht dein perfektes Setup für verschiedene Bedingungen aus? Gerade im Slalom oder Speed-Bereich muss jedes Detail perfekt abgestimmt sein. Die Wahl der richtigen Finne – in Bezug auf Härte und Länge – ist dabei essenziell. Ich arbeite seit Jahren eng mit meinem Freund Günter Lorch von NoLo zusammen, und diese Abstimmung funktioniert einfach perfekt. Grundsätzlich gilt: Je höher der Chopp, desto größer die Finne.
BLICK IN DIE ZUKUNFT
Welche Ziele hast du mit Gunsails für die kommende Saison – Wettkämpfe, Reisen oder besondere Projekte? Definitiv stehen der Defiwind und die Speed-WM in Frankreich auf meinem Programm. Eventuell kommt im Laufe des Jahres noch ein weiterer Event wie IFCA oder PWA dazu, aber das entscheide ich spontan. Zusätzlich plane ich Reisen nach Gargano, Gardasee und Rhodos im Sommer. Falls es zeitlich passt, könnte Mauritius im Herbst auch noch dazukommen.
Wie bereitest du dich auf Wettkämpfe vor – hast du bestimmte Trainingsroutinen oder Rituale? Da der Wind in Süddeutschland nicht immer mitspielt, nutze ich jede Gelegenheit, um aufs Wasser zu kommen. Zusätzlich gehe ich zwei- bis dreimal pro Woche ins Gym, um meine Fitness auf einem hohen Niveau zu halten. Ergänzend setze ich auf andere Sportarten wie Skifahren, Snowboarden und Skaten – alle fördern Kraft, Ausdauer und Koordination, was sich direkt auf meine Performance beim Windsurfen auswirkt.
PERSÖNLICHES & FUN-FRAGEN
Wenn du an den perfekten Windsurf-Tag denkst – wo wärst du, mit wem und welche Bedingungen würdest du dir wünschen? Definitiv mit meiner Familie und meinen Freunden an einem Spot, wo man keinen Neoprenanzug braucht! Die perfekte Kombi wäre ein Flachwasserbereich für alle, die einfach Spaß haben wollen – und ein perfekter Pointbreak mit masthohen Wellen für "Papa".
Gibt es eine witzige oder unerwartete Geschichte aus deiner Windsurf-Karriere, die du mit uns teilen kannst? Oh ja – eine legendäre Story aus dem Jahr 1999! Damals war die Windsurf-Szene noch etwas... sagen wir mal, wilder unterwegs. Wir waren beim Worldcup in Brasilien und an einem Abend bin ich mit zwei Kollegen feiern gegangen. Wie das eben so ist, haben wir die Zeit völlig vergessen – und um halb sechs am Morgen stand mein erster Heat an! Wir kamen gerade noch zehn Minuten vor dem Start zurück. Ich hatte noch mein Hemd von der Party an, rannte direkt an den Strand, wo Björn Dunkerbeck mir schnell mein Segel aufbaute. Ohne auch nur eine Sekunde Zeit zum Durchatmen ging es aufs Wasser – und ich gewann tatsächlich den Heat gegen meinen Hero Robert Teriitehau! Leider habe ich in der nächsten Runde verschlafen... Ich wollte mich nur kurz hinlegen, aber daraus wurde dann leider ein unfreiwilliges Nickerchen. 😄