SURF MAGAZIN 01-02 2017 / BLOW 4.5 2017

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AN LAND: Falsch aufbauen? Das erscheint beim Gun Sails Blow fast unmöglich. Sobald du den "FRED", die optische Trimmhilfe halbwegs triffst und die Gabel am Schothorn festbindest, ist das Segel schon surfbar. Alles weitere fällt unter Feintuning.Und da lässt sich das Segel von richtig viel Power (es ist das bauchigste Segel der Gruppe) bis zum Handling-orientierten Drive-Segel individuell einstellen.

AUF DEM WASSER: Es wirkt eher knackig straff, fährt auf Flachwasser und raus gegen die Welle mit bester Kontrolle, guter Gleitleistung und sehr guter Beschleunigung, dabei immer fahrstabil in der Hand liegend - für Starkwind-Freemove ebenfalls ein Tipp. Dabei wirkt es beim Dümpeln nicht so agil und spielerisch wie die radikalsten Segel, hat etwas mehr Haltekräfte - was aber dem Nicht-Profi auch Sicherheit bieten kann. Auf der Welle geht es dynamisch in den Turn, zieht kraftvoll mit gutem Drive in jedem Trimm, lasst sich aber auch ordentlich neutral stellen und -wenn auch eher dynamisch und nicht nur mit zwei Fingern an der Gabel- easy durch den Top Turn führen.

FAZIT: Eher Fahr-stabil und gelocked, weniger agil und nervös, viel Drive, "normales Off" - so überzeugt das Gun Sails Blow als sehr gutes Nord- und Ostsee Segel, das auch in Kapstadt noch ordentlich funktioniert.


WINDSURFING JAHRBUCH 2017 / BLOW 5.0 2017

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AN LAND: Das Blow ist das reine Vier-Latten-Wavesegel von Gun Sails, was neben dem etwas radikaleren Peak auch für Aufsteiger interessant sein soll. Dafür ist es komplett mit X-Ply ausgestattet, welches für besseren Durchblick um die Gabel herum etwas grobmaschiger angeordnet ist. So scheint das Blow auch härtere Waschgänge problemlos wegzustecken. Der Mastprotektor ist üppig dimensioniert und schützt nun wirklich alles, was auf Brett und Füßen Schäden erzeugen könnte. Liebevolle Features findet man auch an allen weiteren Ecken und Enden, sodass wir sie hier kaum aufzählen können. Damit beweist Gun Sails mal wieder, dass eine Luxusausstattung nicht immer Aufpreis kosten muss und Gewichtsreduktion nicht die einzige Aufgabe eines Segelmacher ist. Aufgeriggt auf dem 370er-RDM zieht das Blow deutliches Loose Leech, welches durch zwei lange Minibattens vor Flattern bewahrt wird. Auch die Latten zeigen deutliches Profil, welches sich noch recht weit Richtung Topp zeigt.

AUF DEM WASSER: Das Blow vermittelt schon auf den ersten Metern viel Fahrstabilität. Der Druckpunkt liegt weiter unten als bei den meisten anderen Vier- Latten-Segeln und so lässt sich das Blow auch von böigen Winden im Shorebreak nicht aus der Ruhe bringen. Wer lieber auf die Böe wartet, als mit aktiver Fahrweise alles aus dem Profil herauszuholen, wird mit dem Blow nicht so sehr bestraft wie mit manch flacherem Profil. Einmal im Rutschen erfolgt die Beschleunigung gleichförmig auf einen soliden Topspeed. Allerdings fehlte dem Testteam etwas die Spritzigkeit und das schnelle Reaktionsvermögen, was wir uns von einem Vier-Latten- Segel erhoffen. Dieser Charakter lässt sich auch durch Umtrimmen nicht wirklich verändern und beim Handling auf der Welle gibt es sicherlich agilere Segel, die im Cutback flotter arbeiten. Wer jedoch einen zuverlässigen Motor für den Bottom Turn sucht, der nicht wie manch anderes Vier-Latten-Segel zickig auf Böen reagiert, sondern auch in dieser Phase gut flext, der ist mit dem Blow durchaus gut beraten.

FAZIT: Das Blow entpuppt sich als eher gutmütiges Wavetuch mit, für Gun Sails typisch, üppiger Ausstattung und dicken verarbeiteten Materialien. So wird es vor allem für Aufsteiger und schwerere Fahrer interessant, die nicht nach der absoluten Handling-Sensation suchen, sondern nach einem zuverlässigen Segel für alle Situationen. Für den Einsatz auf Flachwasser gibt es bei Gun das Transwave, für Down-the-Line-Piloten das Aqua und alternativ das in dieser Größe dann mit fünf Latten ausgestattete Peak, das nicht den Drive des Blow bietet, dafür aber Wave-Puristen mit etwas mehr Neutralität verwöhnt.


PLANCHEMAG SPECIAL TESTS 2017 / BLOW 4.7 2017

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TOLLES HANDLING BEIM WELLENABREITEN

Das Blow hat das ausgeprägteste Profil und das größte Loose Leech, garniert mit einer kompakten Outline. Gänzlich aus X-Ply gefertigt, mit einem großen Fadenabstand im Fensterbereich, hat es ein Mastpanel aus Dacron. Es verfügt über 2 Schothornösen, recht tief angeordnet.

AUF DEM WASSER: Dieser kraftvolle Motor zieht gut nach vorne und zum Druckpunkt hin. Es ist besser ausbalanciert als der Durchschnitt und erscheint auch etwas braver, mit gleichmäßigerem Zug, da es einen permanenten Grundzug entwickelt. Es lässt sich auch lange kontrollieren, indem es das Board gut stabilisiert und auch gut gleitend durch Windlöcher kommt. In der Welle zieht es stark nach vorn und bietet viel Zug zum Beschleunigen und auch um ein Maximum an Boardkante in die Welle zu drücken, es schneidet auch etwas besser durch Kabbelwasser, wenn man geradeaus fährt. Es ist nicht so ultra reaktiv wie ein IQ oder Hero und auch nicht genauso handlich und schaltet auch nicht gleich schnell auf OFF. Allerdings ist es eine Bank im Wellenabreiten und hat gesunden Zug um, das Brett zu dirigieren. Man kann es in der Welle bei side onshore sehr gut kontrollieren, es lässt sich auch leicht beim Dümpeln steuern. Obendrein hat es einen sehr großen Einsatzbereich dank seiner guten Kontrolle im oberen Windbereich. Es ist ein Segel, welches immer etwas Zug hat und welches man weniger leicht in langen bottom turn neutralisieren kann, das stört aber, dank der guten Segelbalance, nicht wirklich.

FAZIT: Neben seinen Qualitäten als Wellensegel zeigt sich das Blow als relativer Allrounder, mit dem wir, dank seiner stabilen Kraftentfaltung bei Langschlägen, bei On Shore und Bump&Jump viel Spaß hatten. Eine gute Wahl für schwere Surfer, die etwas Leistung suchen als auch für leichte Surfer, die seine Kontrolle mögen.

+: Kraftentfaltung, gute Balance, Wellenabreiten, permanenter Zug in der Welle
- :  Lässt sich nicht so leicht neutralisieren, für leichte Fahrer wird es schneller anstrengend.

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