SURF MAGAZIN 1-2 2019 / SEAL 4.2 2019

GUNSAILS | Testbericht Seal 2019 Surf Magazin

Verwunderung beim ersten Check an Land: Ein Seal mit flachem Profil und nahezu gerade stehenden Latten? Mit dem ersten Dichtholen wird klar: Mitnichten! Hinter dem GunSails versteckt sich der kraftvollste Motor der Testgruppe! Die breite Dacronbahn im Vorliek verleiht dem Segel Dämpfung, über die Masttasche zieht sich ein tiefes Profil ins Tuch, dass den Award für die „Gleitkanone des Jahres" nach Saarbrücken holt. Dabei vermittelt das Seal stets genügend Dämpfung, um Böen und Chops abzufedern, wirkt aber auch in den Händen schwerer Surfer keinesfalls schwammig. Die Kontrolle ist auf Top-Niveau - einfach trimmen, bis das Loose Leech zur FRED-Markierung läuft und dann an der Gabel mit nur moderatem Zug stramm ziehen. Umtrimmen entfällt dank der guten Windrange in einem Trimm nahezu komplett, auch hier überzeugt das Gun. Abstriche muss man bei einer der-art kraftvollen Charakteristik verständlicherweise beim Off, also der Neutralität im Turn und in Manövern machen, hier wirkt das Seal etwas sperrig und im direkten Vergleich wenig agil. surf-Fazit: Gleitstark, kontrollierbar, fahrstabil und mit großartiger Trimmrange - das Seal begeistert alle, die ein unkompliziertes Powersegel für Starkwindtage im Flachwasser, in Bump & Jump Bedingungen oder für kleine Ostseewelle suchen. Als neutrales Off-Segel für Sahnewellen oder zum Üben ambitionierter Freestylemanöver fehlt dem Segel etwas die Leichtigkeit - ein Gefühl, das weniger mit dem Gewicht auf der Waage zusammen hängt, als mit der Lage des Druckpunkts und des Profilverlaufs.

+ Kontrolle, Windrange, Preis
o Handling
- Neutralität


WINDSURFING JAHRBUCH 2019 / SEAL 5.0 2019

GUNSAILS | Testbericht SEAL 2019 Windsurfing Jahrbuch 2019

AN LAND: Das Seal ist das kompakte Handlingsegel von Gun Salis. Die Abmessungen blieben im Vergleich zum Vorjahr unverändert, genau wie die vorbildliche Ausstattung. Mit dem X-Ply wurde nicht gegeizt. Im Segelfenster fällt es recht grobmaschig aus, um nahezu freien Blick auf die Lippe zu ermöglichen. Im Segeltopp findet sich nach wie vor engmaschiges Laminat. Auffällig ist hier auch das weit ausgestellte Achterliek über der zweiten Latte. Die Latten sind kaum vorprofiliert. Die Dacron-Bahn ermöglicht dem Segel aber, unter Winddruck einen moderaten Bauch auszubilden. Außerdem stehen zwei Schothornösen für individuelles Tuning zur Verfügung. Am 2018er Modell hatten wir das Twistverhalten des Segels kritisiert. Umso mehr freuen wir uns, dass man unsere Kritik aufgenommen hat und die Nahtführung im Segeltopp deutlich verändert hat. Drei (l) neue Nähte, die sich vom unteren Achterliek zum Masttopp ziehen, versprechen ein verbessertes Twistverhalten.

AUF DEM WASSER: Das Seal grenzt sich von der ersten Sekunde an von seinem neuen Stallbruder Horizon ab und zeigt sich für 2019 in verschiedenen Details verbessert. Was beim Seal bleibt, ist das angenehm gute Handling, es ist agil und wirkt klein. Die Kraftübertragung ist einigermaßen gedämpft, dafür sorgt die weiche Bahn im Vorliek und das generell eher weiche Profil. Zwar besitzt das Seal, besonders im direkten Vergleich mit dem Horizon, keine Angleitautomatik, doch mit einigen kräftigen Zügen auf der hinteren Hand kommen auch schwerere Fahrer schnell ins Gleiten. Von selbst tut sich beim Seal jedoch einigermaßen wenig, doch der weiter hinten liegende Druckpunkt hat echte Vorteile. Er funktioniert wie ein Gaspedal, das sich sehr effektiv steuern lässt. Zieht man an der Segelhand, beschleunigt es direkt. Lässt man los, bremst das Seal supereffektiv. Trotzdem kommt es mit dieser direkten Ansteuerung in seiner Beschleunigung nicht an die Spitzenwerte aus dem Bereich der Vier-Latten-Segel heran. Letztes Jahr ist uns besonders das bei mehr Wind und beim Springen teils instabile Twistverhalten aufgefallen, dieses ist nun etwas verbessert und wirkt harmonischer abgestimmt. Ein echtes High-Speed-Segel zum Springen bei viel Wind ist und bleibt das Seal jedoch nicht. Dafür ist es auf der Welle eine Macht, bei Bedarf vollkommen neutral und doch mit ausreichend Kraftreserven auf der Segelhand für Turns vor schlappen Wellen.

FAZIT: Das Seal geht leicht verbessert ins Jahr 2019 und hat sich zu Recht auch im letzten Jahr schon in viele Herzen fahren können, denn auf der Welle hat es keine Schwächen. Allerdings ist das Seal weiterhin eher gemütlich unterwegs, Bedingungen mit grenzwertig viel Wind verträgt es weniger gut.


PLANCHEMAG 11-12 2018 / SEAL 4.7 2019

GUNSAILS | Testbericht Seal 2019 Planchemag

Das Seal ist eines der kompaktesten Segel unter den 4-Lattern und hat ein ausgeprägtes Profil im vorderen Bereich mit angenehmer Elastizität sowie eine neue Verteilung an X-Ply Materialien, nämlich ein leichteres Square-Ply im Segeltopp. Wie beim Horizon hat man die Wahl zwischen 2 Schothornösen. Es wird für RDM Masten empfohlen, ist aber auch für SDM kompatibel.

AUF DEM WASSER: Das Seal gehört unter den 4-Latten Wave Segeln zu den vortriebsstärksten des Marktes, mit gut verteiltem Zug zwischen den Händen. Es ist relativ leicht (es ist mit einem der leichtesten Masten auf dem Markt ausgestattet) und zieht stark nach vorn, hält aber das Board ziemlich tief auf dem Wasser und hat immer etwas Dämpfung, um Kabbelwasser abzufangen. Es ist nicht das effizienteste der Gruppe in angespannten Bedingungen wie z.B. Bump&Jump, aber dieses super kompakte Segel glänzt mit immer genug Zug in der Welle, um bei nachlassendem Wind die Geschwindigkeit beizubehalten, oder beim Neustart oder bei nachlassendem Wellenschub. Im Fahrverhalten ist es dabei recht brav, was dem Fahrer zu Gute kommt und es hat auch einen guten Trimmbereich durch die zwei Schothornösen: es atmet gut im Wind. In der Welle zieht es wirkungsvoll nach vorn im Buttom, beim Belasten der vorderen Brettkante beschleunigt es schön, was das Fahrverhalten erleichtert, dabei liegt das Segel ausbalanciert in beiden Händen und lässt dann oben auf der Welle den Druck wieder raus, wenn man es öffnet. Es ist nicht das Segel, was sich am einfachsten neutralisieren lässt, aber alles mit einer gewissen Sanftheit und einem guten Verhältnis zwischen Handhabung und Stabilität. Das Segel gewinnt durch Nutzung der oberen Öse noch an Festigkeit und Zug auf der hinteren Hand, gut, um wieder Höhe zu gewinnen und bei leichtem Wind.

FAZIT: Sehr gut positioniert im Preis, ist das Seal eines der stärksten 4-Lattensegel bei leichtem und mittlerem Wind, es bietet ein hervorragendes Verhältnis von Stabilität und Manövrierfähigkeit mit allgegenwärtigem und gleichförmigem Zug in den Armen, um mit einem breiten Einsatzbereich effektiv in Wellen zu surfen.

Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Um die neuen Datenschutzrichtlinien zu erfüllen, müssen wir Sie um Ihre Zustimmung für Cookies fragen. - Mehr Erfahren -