WINDSURFING JAHRBUCH 2019 / STREAM 6.9 2019

GUNSAILS | Stream Testbericht Freeride Segel Windsurfing Jahrbuch 2019

AN LAND Das Stream hatten wir vor ein paar Jahren schon einmal im Test. Für 2019 wurde es noch einmal deutlich kompakter und gehört mit nur 4,37kg zu den leichteren Segeln im Test. Mit nur 457 Zentimetern Vorlieklänge kann man es nun als einziges Segel der Gruppe ohne überlange Verlängerung auf einem 430er-Mast riggen. Wir haben für unsere Zwecke sogar einen RDM eingesetzt. Das macht das Stream vor allem für Surfer interessant, die sonst keine größeren Segel fahren und nicht extra einen 460er-Masten kaufen möchten oder auf der Suche nach einem besonders leichten Rigg sind. Denn mit einer Gabellänge von nur 193 Zentimetern lässt sich vor allem für leichtere Surfer noch die beliebte Standardgröße mit 1,5 bis 2 Metern verwenden! Die meiste Segelfläche befindet sich daher auch über der Gabel im weit ausgestellten Achterliek. Das Segel ist im Unterliek ausreichend mit X-Ply verstärkt und kommt sonst mit Monofilm aus. Trotz RDM sollte man dem Segel beim Aufbau reichlich Loose Leech spendieren und die Trimmkräfte sind mäßig.

AUF DEM WASSER Wer hat denn da das Crossoversegel aufgebaut? Wir brauchen dringend ein neues Testteam. Oder doch nicht? Nein, da stehen wirklich knapp sieben Quadratmeter auf dem Segel. Doch das Stream sieht nicht nur etwas kleiner aus als der Rest der Gruppe, es fühlt sich im ersten Moment auch kleiner an. Dies hat allerdings nicht zur Folge, dass man mit dem Gun-Segel deutlich später auf Touren kommt. Auch aktives Pumpen verarbeitet das Stream, ohne dabei jede kleinste Fehlbelastung zu bestrafen. Das weiche Profil atmet tief und der weit oben liegende Druckpunkt produziert guten Vortrieb. Diese Übersetzung der Kraft ist für diese Gruppe eher untypisch und führt zu einer deutlich aufrechteren Riggposition. Diese passt weniger gut zu wirklich schnellen Freeraceboards und deutlich besser auf echte Freeride- oder auch auf Crossoverboards. Positiv überrascht hat uns das Stream bei zunehmendem Wind, anstatt nun den Druckpunkt auf Wanderschaft zu schicken, hält es diesen auch in starken Böen am Platz und twistet effektiv. Bei Manövern macht dem Stream in dieser Gruppe kein Segel auch nur im Geringsten etwas vor. Die kurze Gabel lädt geradezu zu sportlichen Halsen und Segeltricks ein.

FAZIT Das Stream ist in dieser Gruppe vollkommen richtig aufgehoben und zeigt, dass Freeride auch ohne Performancewahn funktionieren kann. Außerdem zeigt es, dass Gun-Segel vieles sind, aber nicht lakonisch schwerfällig. Das Stream ist besonders als größtes Segel der Range reizvoll und funktioniert auch auf kleineren Brettern noch ausgezeichnet.

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